#THE1D: (K)ein Wunder – Der Ball ist Lava

Nachdem der grün-weiße-Party-Bus von EK Stuttgart in der vergangenen Saison beide Punkte aus Remshalden mitgenommen hatte und Coach S. somit entsprechend vorgewarnt war, bereitete sich “The Bäder One” im Vorfeld der Partie in ganz besonderem Maße, ja quasi schon fast spirituell vor: Nicht nur, dass er für sein Team sowieso schon immer durchs Feuer geht – nein – unter der Woche war er zunächst in die Rems gesprungen, dann bis nach Remseck und in den Neckar, via Rhein und Waal in die Nordsee, durch den Ärmelkanal, an der Westküste Frankreichs vorbei, dann den nordatlantischen Ozean runter Richtung Spanien und schließlich war er über den Fluss Gave de Pau bis in die Quellen von Lourdes geschwommen. Alles in vorbildlicher und ehrenhafter Überzeugung und Engagement für seine Jungs und – eben auch – in der Hoffnung auf ein entsprechendes 2-Punkte-Wunder im anstehenden Match. Jedenfalls lauschte das Team im Rahmen seiner Vorspiel-Kabinen-Ansprache andächtig und fasziniert ob seiner Pilgerreise und googelte nebenher schnell mal die Bedeutung von Lourdes bei Wikipedia. Mit großen Augen wurde denn dort auch folgender Auszug gelesen:

“Jährlich pilgern vier bis sechs Millionen Besucher nach Lourdes und Tausende nehmen – im festen Glauben an eine mögliche Heilung – Bäder im Quellwasser.” BÄDER im Quellwasser!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Also wenn das nicht mal eine sich selbst erfüllende schiksalhafte Prophezeiung ist, dann darf man an gar nichts mehr glauben. Fantastisch.

Und es ließ sich schon mal gut an mit der wunderhaften Unterstützung: Zum einen waren sogar Zuschauer in der Halle (Danke an alle Familien, Freunde und Interessierte ;-)) und auch die Vollzahl der spielberechtigten Akteure (im letzten Match standen von potentiell 27 Spielern nur 8 zur Verfügung) ließen doch durchaus Positives erhoffen.

Jedoch, wenn man im Brockhaus der Gegenwart weiter forscht, findet man eben auch jenen Nebensatz: “Untersuchungen konnten keine außergewöhnliche Mineralstoffzusammensetzung des Quellwassers feststellen, es hat Trinkwasserqualität.” Und genau so ließ sich das Match denn auch an. Die Kombination von – untertrieben – einigen Unkonzentriertheiten und eben doch nur Sekt statt Selters-Spielniveau führten zu einem merkwürdigen Spiel, welches sich eher nach “Der Ball ist Lava” denn nach Handball anfühlte. Das ist ja eigentlich ganz normal für die #THE1D, doch irgendwie hatte man sich das doch – auch durch die Wunder-Unterstützung – anders vorgestellt und so machte sich denn auch etwas Ungemütlichkeit und Unbehaglichkeit breit, welches sich durch entsprechend deutliche Worte vom Coach als auch der Enttäuschung über einige Schiedrichter-Entscheidungen äußerte (wobei wir hier wie immer feststellen wollen, dass die Unparteiischen noch am ehesten der Marienerscheinung gleichen).

Bestimmt ist es so, dass wenn man an ein Wunder glaubt und dieses dann nicht sofort eintritt, man nach dem 4 Phasen-Modell der Trauer erst mal gefrustet ist, fachlich “Aufbrechen der Emotionen” genannt. Nur so ist es zu erklären, dass selbst bei eigenen Toren noch gemosert wurde (die Redaktion nennt hier wie immer keine Namen, aber nur soviel: Holland hat auch mal auf ein Wunder gehofft im Fußball, denn da hätten sie 8:0 gegen Schweden gewinnen müssen um bei der nächsten WM dabei zu sein. Haben sie aber nicht. Zurecht ;-)) Endergebnis 3:0 für unsere niederländischen Freunde.

Kein Wunder also für unsere flachen Nachbarn, aber zumindest gewonnen. Und so können wir hier lustig wieder den Boegn spannen zu unserem eigentlichen Abenteuer der #THE1D. Denn nach und nach stabilisierte sich das Team und die Fehler wurden – sagen wir mal – zumindest verringert. Unterstützt durch eine abwehrtaktische Umstellung von 5:1 auf Manndeckung des spielbestimmenden Mittelmanns von EKS konnte man sich langsam aber sicher eine verdiente Führung erspielen. Mit der Taktik “ODP ins Rollen bringen” wurde diese dann auch nicht mehr abgegeben. Angel erhielt zurecht Sonderlob vom Coach für seinen unermüflichen Einsatz (wobei im Anschluss an ein üüüüübles Foul an ihn auf der Bank ob der anstehenden Gegenreaktion etwas besorgniserwartend spekuliert wurde), Jochen hämmerte wie immer zunächst etwas schwach auf der Brust und sich dann steigernd die Kugel in die Maschen und Werner verdiente sich den neuen Nickname “Werner, the Wurfschleuder” durch eben jene archaische Wurftechnik.

Zudem trickste und tänzelte Marco sich durch die Abwehrreihen so dass irgendwann sogar Zeit für die Galerie blieb. Die letzten 10 Minuten des Spiels gestaltete dann Rainer selbst, indem er sich mehrere Tempogegenstöße selbst herausspielte und gleich auch vollendete. Wunderbar für die mittlerweile von der gemütlichen Bank vertriebene Altersabwehr welche folgerichtig, angemessen und darüber froh vorwiegend in der eigenen Hälfte verweilen konnte.

Endstand: 30:17 und so sagen wir ein weiteres Mal vielen lieben Dank für Ihre kostbare Zeit und Aufmerksamkeit. In der Hoffnung, dass wir Ihnen als #THE1D ein bisschen Freude und Spaß bereiten konnten verbleiben wir mit einem herzlichen Gruß und freuen uns schon auf weitere gemeinsame Abenteuer,

Ihre/eure #THE1D

Nicht zu vergessen: Vielen Dank an Robin, der als Zeitnehmer eingesprungen war. Bestimmt hast du dir deinen Nachmittag auch anders vorgestellt 😉

  Autor des Artikels: Jens Mathias