1D erfindet neues Spiel: Magnetball

Laut Wikipedia ist “Magnetismus ein physikalisches Phänomen, das sich unter anderem als Kraftwirkung zwischen Magneten, magnetisierten bzw. magnetisierbaren Gegenständen und bewegten elektrischen Ladungen wie z. B. in stromdurchflossenen Leitern äußert. Die Vermittlung dieser Kraft erfolgt über ein Magnetfeld, das einerseits von diesen Objekten erzeugt wird und andererseits auf sie wirkt.”

Aha. In 1D übersetzt: Gegnerischer Torwart (Magnet) zieht Ball (bewegte elektrische Ladung) magisch an. Nicht anders zu erklären ist die erste Halbzeit beim Spiel der 4. Männermannschaft gegen MTV Stuttgart. Selbst der sehr erfahrene und gut leitende Schiedsrichter zollte der 1D in der Pause bereits seinen Respekt, dass er eine solch miserable Chancenverwertung noch selten gesehen habe. Und auch der gute MTV Keeper zeigte sich über das um ihn herum unsichtbar entstandene Magnetfeld etwas überrascht.

Die spannende Frage nun: Woran lag es, dass sich das Team von “The Bäder One” eher den Gesetzen der Physik als dem Handballspiel widmete?

An der Motivationsansprache von Coach S. vor dem Spiel konnte es nicht gelegen haben. Diese war spontan, rhetorisch perfekt, nicht in mehreren Nachtschichten vorbereitet und auswendig gelernt, ohne die üblichen Floskeln und sogar mit neuen Alias-Bezeichnungen für jeden Spieler, denen es im literarischen Quartett eventuell nur noch an der ein oder anderen Alliteration gefehlt hätte (“Funghi, der linke Blitz von Stetten”).

Also weiter in der Ursachenforschung: Ok. Am Vorabend waren die AD03 Kegelmeisterschaften, was zumindest 3 Spielern doch einige Kopfschmerzen bereitete. Zudem beklagte das Team noch einen Totalausfall aus bislang noch ungeklärten Gründen. Sicher ist nur: Seine Freundin hatte die Spielabsage mitgeteilt. Uiuiuiui.

Definitiv nicht den allerbesten Tag erwischten auch die Halbpositionen (Frotty ausgenommen und somit bleiben nicht mehr viele über). Die Würfe auf’s oder besser gesagt in Richtung Tor hatten nicht unbedingt den Schub einer Rakete, sondern glichen eher dem langsamen Herabgleiten eines lauwarmen Waschlappens vom Badewannenrand.

Insofern ist der Spielverlauf denn auch schnell erzählt. Nach 20 Minuten lag die 1D mit 3:6 zurück und rettete sich auch und vor allem wieder einmal durch die Leistung von Bernd und auch Funghi mit schönen Einzelaktionen mit einem 3 Tore-Rückstand in die Halbzeit (7:10).

Vermutlich hatten Teile der 10 Zuschauer (Anzahl laut Pressebericht) das Heimteam bereits aufgegeben. Doch Stefan fand in der Pause die richtigen Worte bzw. eigentlich nur eines: Konzentration. Dies nahm sich das Team dann in Hälfte 2 auch zu Herzen und der Rückstand konnte binnen kurzer Zeit aufgeholt, überholt und in eine 5 Tore Führung ausgebaut werden. Herauszuheben ist sicherlich Frotty: 7 von 7 Metern plus 3 aus dem Feld sind gleich 20 für das Team.

Absolutes Hochlicht der Partie war jedoch ein schönes Anspiel der 1D an den Kreis, welches Frank dazu verleitete, seinen Gegenspieler mit einer Mischung aus brachialem Schwinger und graziöser Pirouette auf’s Parkett zu befördern und ihm obendrein mittels einer berechtigten 2 Minuten Strafe Zeit zum Nachdenken einräumte, was denn da gerade mit ihm passiert war. Das Publikum dankte ob der filmreifen Einlage (“The Wrestler”) mit Standing Ovations.

Anschließend schlichen sich zum Ende der Partie wieder einige Fehler ein, so dass der Sieg für die 1D von Ferdi “the Wall” festgehalten werden musste. Diese Mal übrigens in kurzen Hosen, ob der Beinfreiheit. Hat sich ausgezahlt. Insofern: Endstand SVR – MTV: 22 – 20

  Autor des Artikels: Jens Mathias