Da wäre mehr drin gewesen ….

SV Remshalden  –  SG H2Ku Herrenberg   22:27  (10:11)

 

Gegen den Liga-Favoriten aus Herrenberg kassierte die SV Remshalden die erste Heimniederlage nach langer Zeit. Doch nach dem Spielverlauf wäre für die Gastgeber mehr drin gewesen. Ein sichtlich erleichterter Alexander Job war deshalb in der Pressekonferenz „froh, dass meine Mannschaft hier heute beide Punkte mitnehmen konnte“. Remshalden scheiterte auch aufgrund der Vielzahl technischer Fehler und der ausgelassenen Torchancen.

 

Herrenberg war, mit einem starken Tobias Barthold im Tor, sofort im Spiel und stellte die Remshaldener mit einer aggressiven Abwehr vor große Probleme. Der Angriff der SVR wirkte ideenlos, insbesondere aus dem Rückraum kam viel zu wenig Druck. Die souverän leitenden Schiedsrichter Sven Ernst und Johannes Friedhoff zeigten mehrmals das passive Spiel gegen die SVR an. Erst nach über 8 Minuten gelang den Gastgebern der erste Treffer zum 1:4. Coach Freddy Griesbach nahm folgerichtig früh die Auszeit und sprach eindringlich auf sein Team ein, was Wirkung zeigen sollte. Nun wurde auch Herrenberg zu Fehlern gezwungen, die Abwehr stand stabiler und im Angriff lief der Ball wesentlich flüssiger. Beim 6:6 war die Partie wieder offen, Remshalden schien sich nach 15 Minuten endlich gefangen zu haben. Doch dann schlichen sich wieder kleine Fehler ein, Herrenberg bestrafte diese prompt mit Gegenstößen. Selbst der gut haltende Daniel Mühleisen im Tor der SVR leistete sich einen Fehlpass, machte dies aber postwendend durch eine starke Parade wieder wett. Marian Rascher sorgte mit einem sehenswerten Hüftwurf kurz vor der Pause für das 10:11, den Gegenangriff parierte erneut Mühleisen. Zur Pause war alles offen, gegen den ersatzgeschwächten Favoriten aus Herrenberg war alles drin.

 

Zu Beginn der zweiten Halbzeit lief für die Griesbach-Truppe alles nach Plan. Marvin Klein besorgte den Ausgleich und Oliver Ruge traf vom Siebenmeter. Zum ersten Mal ging die SVR beim 13:12 in Führung, die Abwehr stand deutlich stabiler und zwang den Gegner mehrmals ins Zeitspiel. Doch der Gast aus Herrenberg fand immer wieder eine Lösung, hatte in Cornelius Maas einen erfahrenen Drittliga-Spieler, der seine Mitspieler immer wieder in Position brachte oder selbst traf. Herrenberg ging erneut in Führung (13:15) und profitierte dabei wieder von den Fehlern der Heimmannschaft. Die SVR verkürzte zwar noch einmal, doch der starke Gäste-Linksaußen Marvin Seeger sorgte mit seinen Toren für die 17:14-Führung der Gäste. Erneut nahm die SVR die Auszeit und wieder gelang es, den Rückstand zu verkürzen. Allerdings versäumten es die Gelb-Blauen in doppelter Überzahl, daraus mehr Profit zu schlagen. Leichtfertig vergebene klare Chancen und ein Gegentreffer ließen beim 19:20 nichts Gutes ahnen. Und es sollte noch schlimmer kommen: sechs Treffer in Folge innerhalb von 6 Minuten zum 19:26 bedeuteten den endgültigen K.O. für Remshalden, der Rest war lediglich ein wenig Ergebniskosmetik. Schade, denn bei einer besseren Chancenverwertung und der Reduzierung der Fehlerquote wäre auch gegen den erklärten Favoriten der Liga mehr drin gewesen.

 

So wird sich die SV Remshalden jetzt intensiv auf das kommende Heimspiel, das bereits am Dienstag stattfindet, vorbereiten. Zu Gast ist der TSV Weinsberg, der mit Remshalden keine guten Erinnerungen verbindet, konnten doch die Weinsberger in den zurückliegenden Jahren nie etwas Zählbares aus dem Remstal mitnehmen. Trainer Freddy Griesbach zeigt sich dennoch vorsichtig optimistisch und fordert von seinem Team eine hundertprozentige Abwehrleistung und eine bessere Chancenverwertung. Dann sei die SVR in der Lage, auch ohne ihren verletzten Kapitän Hendrik Wiesner gegen den TSV Weinsberg zu bestehen. Ebenfalls ausfallen wird Uli Seybold, ansonsten ist der Kader komplett. Spielbeginn ist am 3. Oktober um 17.00 Uhr in der Stegwiesenhalle.

 

SVR:  Klemm, Mühleisen;    Eckstein (2), Klein (2), Ruge (2/2), Schwarz, Holczer (4), Gries, Schweikhardt, Rascher (6/3), Hartenstein (3), Pesch (3), Röhrle, Knück.

 

HSG:  Barthold, Heinz;    Seeger (8/1), Böhm, Fuhrmann (2), Marquardt (1), Mezger (1), Zürn (5), Kussmann (3), Maas (7).

 

  Autor des Artikels: Armin Wiesner /   Erstellt am: 30. September 2017