Das hoffentlich lange Nachsitzen

imageDass die Handballer der SV Remshalden nach dem Abstieg aus der Baden-Württemberg-Oberliga eine so starke Saison spielen würden, hätten sie selbst nicht erwartet. Jetzt muss, besser, darf das Team nachsitzen. Zum Auftakt der Aufstiegsrunde trifft der Zweite der Württembergliga Nord am Donnerstag und Samstag auf den TV Weilstetten, den Zweiten der Staffel Süd.

Auch wenn Remshalden nicht den direkten Wiederaufstieg schaffen sollte, wäre es eine sehr erfolgreiche Saison gewesen. „Wir sind total zufrieden. Es lief deutlich besser als erwartet“, sagt Coach Alexander Schurr. Nach dem Abstieg aus der BW-Oberliga hatte sich das Team erst wieder finden müssen. Es gab nicht nur einige Spielerwechsel, auch der Trainer war neu. Schurr, ehemaliger Spieler, übernahm für Henning Fröschle, der nach langen Jahren in Remshalden beim Württembergliga-Konkurrenten TV Flein anheuerte.

Der Neustart ist der SVR hervorragend gelungen. „Wir haben wie in der Aufstiegssaison vor zwei Jahren nur neun Minuspunkte“, sagt Schurr. Allerdings gibt es diesmal mit dem TSV Weinsberg eine Mannschaft, die noch ein Pünktchen besser gewesen ist (44:8) und deshalb als Tabellenerster ohne Umwege aufsteigt. Den Grund dafür, dass es nicht ganz gereicht hat für die SVR mit dem Sprung auf Platz eins, sieht Schurr in den fünf Unentschieden, die das Team zu Saisonbeginn in rascher Folge sammelte. „Wenn alles top läuft, holt man aus diesen Spielen vier Siege.“ Doch statt acht Punkten wurden es eben nur fünf.

Danach habe sich die Mannschaft „wahnsinnig“ stabilisiert, besonders in der Defensive. Die SVR holte neun Siege in Folge. Dann aber ging das Spitzenspiel in Weinsberg knapp mit 22:24 verloren, drei Partien später war der Traum vom direkten Aufstieg nach dem 29:34 in Neckarsulm endgültig geplatzt. Jetzt muss sich die Mannschaft in der Relegation durchsetzen.

Das wird sehr schwer. Im Höchstfall sind sechs Spiele zu absolvieren. Warum die Verbände eine ebenso lange wie unlogische und unfaire Aufstiegsrunde geplant haben, bleibt ihr Geheimnis (siehe unten). Für die Württembergligisten ist es jedenfalls eine Tortur. „Am 10. Juni 2015 ist es bei uns mit der Vorbereitung auf die Saison losgegangen. Und jetzt spielen wir im besten Fall auch noch Ende Mai. Ich verlange von den Spielern gerade schon sehr viel.“ Doch die Moral der Mannschaft sei beeindruckend. „Wir freuen uns auf die Relegation und sind heiß drauf.“

TV Weilstetten – SV Remshalden (Donnerstag, 17 Uhr), SV Remshalden – TV Weilstetten (Samstag, 19 Uhr).

Auftaktgegner für den Zweiten der Württembergliga-Staffel Nord ist der TV Weilstetten. Der SVR-Trainer Alexander Schurr hat den Vertreter der Staffel Süd bereits live gesehen. „Das ist eine ganz kernige Mannschaft. Sie spielt mit einer sehr unangenehmen 3:2:1-Abwehr und kriegt wenig Tore.“ Auch die Bilanz des Gegners lässt aufhorchen. Er gewann die vergangenen 16 Spiele. Während Remshalden in seiner Staffel den zweiten Tabellenplatz schon lange innegehabt hatte, sicherte sich der TV erst am vorletzten Spieltag den Relegationsrang. „Weilstetten hat gegenüber uns derzeit vielleicht einen kleinen Mentalitätsbonus.“

Als kleinen Vorteil für seine Mannschaft wertet Schurr dagegen, dass sie das Hinspiel auswärts und das Rückspiel in der dann wohl voll besetzten Stegwiesenhalle in Geradstetten bestreiten darf. Die Chancen aufs Weiterkommen beziffert der Trainer daher auf 50:50. „Wir geben auf jeden Fall Vollgas.“ Remshalden vertraut auf seinen breiten Kader. Verzichten muss Schurr allerdings auf Arne Wiesner, der bereits im Urlaub ist.

  Autor des Artikels: Zeitungsverlag Waiblingen /   Erstellt am: 4. Mai 2016