Die Erste gibt alles, die Halle kocht ….

SV Remshalden  –  TuS Steißlingen   26:25  (10:11)

 

„Wahnsinn“, „sensationell“, „unglaublich“ waren wohl die am häufigsten verwendeten Worte kurz nach dem Schlusspfiff. In einer hart umkämpften aber über weite Strecken zerfahrenen Partie sicherte sich die SV Remshalden aufgrund einer enormen Willenskraft einen knappen aber verdienten Sieg. Da zeitgleich der TSV Blaustein in Plochingen unterlag, bedeutete dies für die SVR Platz 11 in der Abschlusstabelle und somit der Klassenerhalt.

 

Beide Mannschaften begannen recht nervös, den Remshaldenern war die Bedeutung des Spiels deutlich anzumerken. Erst nach knapp 4 Minuten gelang Maxim Gries der erste Treffer durch einen Gegenstoß. In der Abwehr wurde gut gearbeitet, der TuS immer wieder zu Fehlern gezwungen. Im Angriff wurde daraus allerdings zu wenig Kapital geschlagen, immer wieder rieben sich die Gelb-Blauen in Zweikämpfen auf. Beim 4:4 (12.) waren die Gäste erstmals dran und hätten die Chance gehabt, in Führung zu gehen, wenn nicht Tobias Klemm im Tor der SVR einen Glanztag erwischt hätte. Gleich mehrere große Chancen machte er zunichte. Carsten Röhrle sorgte mit seinem Treffer nach einer Viertelstunde erneut für die Führung (6:4). Steißlingen legte nach und erzielte drei Treffer in Folge. Die Begegnung wurde nun zerfahrener, Zeitstrafen und Siebenmeter bestimmten den Spielverlauf und Remshalden geriet in Rückstand (8:10). Moritz Knück von außen und Felix Holczer am Kreis sorgten bis zur Pause dafür, dass die SVR dennoch im Spiel blieb, beim 10:11 wurden schließlich die Seiten gewechselt.

 

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte blieb die Partie eng, jeder Ball war hart umkämpft und die Abwehrreihen schenkten sich nichts. Bis zum 13:13 blieb die Begegnung ausgeglichen, dann sah der Steißlinger Philipp Klotz die Rote Karte nach seiner dritten Zeitstrafe. Anstatt die Überzahl auszuspielen, leistete sich die SVR gleich mehrere Fehlpässe und ließen die Gäste auf 13:16 und 14:18 nach 40 Minuten wegziehen. Nach der Auszeit wurde das Spiel der Remshaldener etwas besser, Marian Rascher und Hendrik Wiesner verkürzten (16:18). Doch der TuS wehrte sich und legte immer wieder einen Treffer vor und so lief die SVR minutenlang dem Rückstand hinterher. Was in den letzten 10 Minuten dann folgen sollte, war ein absoluter Handball-Krimi. Die restlos ausverkaufte Halle stand komplett und feuerte ihr Team an. Marvin Klein verkürzte mit zwei Treffern zum 21:22, die Riesenchance zum Ausgleich vergab sein Team allerdings. Im Gegenzug kassierte Tobias Klemm einen ärgerlichen, weil abgefälschten Treffer. Steißlingen witterte nun seine Chance auf einen Auswärtssieg, hatte allerdings nicht mit der Moral und dem Willen der Gastgeber gerechnet. Nach 56 Minuten traf Maxim Gries zum Ausgleich (23:23) und nun kochte die Halle endgültig. Zwei Minuten später ging Remshalden nach den Toren von Kenneth Eckstein und Marvin Klein zum ersten Mal seit der 15. Minute wieder in Führung (25:24) und der Gäste-Coach legte die Grüne Karte. Noch war eine Minute zu spielen, die Abwehr der SVR wuchs über sich hinaus und zwang die Gäste tatsächlich zum Fehler. Im Gegenzug blieb es Kapitän Hendrik Wiesner vorbehalten, den entscheidenden Treffer zu setzen. Das 26:24 bei noch verbleibenden 35 Sekunden sollte doch nun wirklich reichen. Steißlingen verkürzte zwar 10 Sekunden vor dem Ende noch per Siebenmeter, nach dem Wiederanpfiff gab die SVR den Ball schließlich nicht mehr aus den Händen. Als dann auch noch das Ergebnis aus Plochingen bekannt wurde, gab es kein Halten mehr: Remshalden feierte ausgelassen den Klassenerhalt nach einem Spiel, das dem Team von Trainer Slavko Pustoslemsek in allen Bereichen alles abverlangt hat.

 

SVR:  Tobias Klemm, Daniel Mühleisen (Tor);  Kenneth Eckstein (2), Marvin Klein (5/1), Jan Hertel, Joel Schwarz, Felix Holczer (3), Maxim Gries (3), Hendrik Wiesner (4), Marian Rascher (4/1), Lukas Hartenstein, Moritz Pesch, Carsten Röhrle (1), Moritz Knück (4), Oliver Ruge, Kai Schweikhardt, Uli Seybold.

 

  Autor des Artikels: Armin Wiesner /   Erstellt am: 6. Mai 2018