Die Erste holt sich beide Punkte im Schwarzwald

TSV Altensteig – SV Remshalden 25:27 (14:14)

Im Topspiel der Württemberg-Liga erwies sich die SV Remshalden über die gesamte Spielzeit als die bessere Mannschaft. Die Abwehr stand trotz des Ausfalls von Kenneth Eckstein sehr sicher und hatte in Tobias Klemm einen überragenden Torhüter im Rücken, verzichten musste Trainer Alexander Schurr zudem auf Arne Wiesner. Knapp aber hoch verdient holten sich die Remstäler im Schwarzwald beide Punkte, strapazierten aber dabei unnötig die Nerven der vielen mitgereisten Fans.

Von Beginn an entwickelte sich eine rasante Begegnung, in der sich in der Anfangsphase keines der beiden Teams entscheidende Vorteile verschaffen konnte. Die Defensive der SVR stand hervorragend und blockte zahlreiche Wurfversuche des groß gewachsenen Rückraums der Gastgeber. Was dennoch aufs Tor kam, war meist die Beute von Tobias Klemm im Tor der SVR, der nicht nur über die gesamte Spielzeit stark agierte, sondern auch in entscheidenden Situationen die „Unhaltbaren“ entschärfen konnte. Schwierigkeiten hatten die Gäste einzig mit Micha Neumann, der allein im ersten Durchgang 9 Treffer von der Außenposition oder per Strafwurf erzielte. Ähnlich die Spielanlage der SVR: kam der Rückraum zunächst weniger zum Erfolg, so wurden die Außen bedient. Moritz Pesch und Uli Seybold setzten sich hier mehrfach gekonnt in Szene und überwanden Milos Slaby im Tor des TSV. Gegen Ende der ersten Halbzeit kam nun auch aus dem Rückraum mehr Druck auf die Altensteiger Abwehr. Hendrik Wiesner erzielte drei Treffer und brachte Remshalden erstmals mit zwei Toren in Führung ((11:13). Doch der TSV schlug zurück, nutzte Fehler der Gäste aus und lag plötzlich wieder mit 14:13 in Führung. Quasi mit dem Halbzeitpfiff egalisierten die Gäste und gingen beim 14:14 in die Kabine.

Zunächst sollte es auch in der zweiten Halbzeit keiner Mannschaft gelingen, sich entscheidende Vorteile zu verschaffen. Altensteig stellte nun seine Deckung um, Mittelspieler Oliver Ruge wurde offensiv gestört. Dies schmeckte den Gästen über weite Strecken gar nicht, der Spielaufbau war dadurch häufig gestört. In dieser Phase steuerte Adrian Wehner seine beiden Treffer bei, Uli Seybold und Andreas Huber sorgten wieder für den Ausgleich (20:20). Die letzte Viertelstunde hatte es in sich: Tobias Klemm entschärfte gleich mehrere Gegenstöße und freie Würfe, hatte am Schluss über 20 Paraden auf seinem Zettel stehen. Andreas Huber steuerte das 21:23 bei und Hendrik Wiesner war in der Schlussphase nicht mehr oder nur noch regelwidrig von der TSV-Abwehr zu halten. Aber auch in doppelter Überzahl gelang es den Gästen nicht, das Spiel vorzeitig zu entscheiden, Abwehrspezialist Dino Racki sah zudem nach seiner dritten Zeitstrafe die Rote Karte. Zu häufig leistete sich die SVR einfache Ballverluste und bot damit dem TSV immer wieder die Chance, dranzubleiben, obwohl beim 23:26 knapp 6 Minuten vor dem Ende schon alles klar schien. Nach einem erneuten Fehlpass und einem technischen Fehler war Altensteig beim 25:26 plötzlich wieder dran. Trainer Schurr nahm die Auszeit, doch sein Team leistete sich 20 Sekunden vor dem Ende wieder einen Fehlwurf und so kamen die Altensteiger noch einmal in Ballbesitz. Auch sie nahmen die Auszeit und noch 10 Sekunden waren zu absolvieren. Der TSV brachte den siebten Feldspieler, leistete sich aber wenige Sekunden vor dem Ende den entscheidenden Fehler, Markus Tögel war der Nutznießer und brachte den Ball zum 25:27-Endstand im leeren Altensteiger Gehäuse unter.

So kommt es am kommenden Sonntag in der Remshaldener Stegwiesenhalle zum absoluten Top-Spiel der Liga wenn die SVR als Tabellenzweiter auf Spitzenreiter TSV Weinsberg trifft.

TSV Altensteig: Slaby, Salkwik; Hörner, Saula (3), Meier (2), Podrimaj, Hils, Neumann (13/5), Dlugoszek, Fuhrmann (6), Racki, Kübler, Letzgus (1), Karl.
SV Remshalden: Klemm, Mühleisen; Tögel (2), Ruge (3/1), Holczer (1), Klingler, Wiesner (7), Huber (3), Seybold (5), Rascher, Wehner (2), Pesch (3), Knück, Hertel (1).

  Autor des Artikels: Armin Wiesner /   Erstellt am: 18. Oktober 2015