Die Erste muss am Ende über einen Punkt im Derby froh sein

SV Remshalden – VfL Waiblingen Handball   33:33 (17:16)

Da steckte alles drin, was ein Derby in der Württemberg-Liga auszeichnet: Spannung, Dramatik, Kampf. Remshalden war über weite Strecken die dominierende Mannschaft, führte fast über die gesamte Spielzeit und musste am Ende dennoch froh sein, wenigstens einen Punkt erkämpft zu haben.

Wie schon in der Vorwoche dauerte es wieder fast fünf Minuten, bis der erste Treffer fiel. Dies lag unter anderem auch daran, dass Tobias Klemm im Tor der SVR sich gleich mit mehreren Paraden auszeichnen konnte. Bis zur 12.Minute legten die Remshaldener jeweils einen Treffer vor, doch der VfL konnte immer wieder den Ausgleich erzielen, insbesondere Robin Brugger traf in der Anfangsphase fast nach Belieben. Auffällig bereits zu Beginn war die hohe Zahl der gegebenen Siebenmeter, die Oliver Ruge auf Seiten der SVR sicher verwandeln konnte, Markus Tögel erzielte mit dem 7:5 erstmals eine Zwei-Tore-Führung für die Gastgeber. Die folgende Auszeit der Waiblingen zeigte Wirkung: beim 8:8 war die Partie wieder völlig offen. Doch Remshalden legte nach, ein Doppelschlag von Kreisspieler Felix Holczer bedeutete die 13:10-Führung für die Hausherren. In dieser Phase schaffte es die SVR nicht, Sicherheit ins Spiel zu bringen, die Abwehr erlaubte ein ums andere Mal dem VfL die einfachen Treffer zu erzielen und so kam Waiblingen wieder gefährlich nahe. Nun traf auf Seiten der Stauferstädter Richard Babjak, der von der Außenposition den Anschlusstreffer zum 15:14 erzielen konnte. Remshalden rettete den hauchdünnen Vorsprung durch Treffer von Marian Rascher und einem zunächst umstrittenen Tor von Felix Holczer zum 17:16 in die Pause.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte zunächst die SVR den besseren Start, erzielte aus dem Rückraum drei Treffer und war beim 21:18 wieder deutlicher in Führung. Waiblingen ließ nicht locker, zwei Siebenmeter-Tore in Folge bedeuteten den erneuten Anschluss (21:20). Geschwächt wurde die ohnehin nicht sattelfeste Abwehr der Remshaldener dann in der 40. Minute. Eine von vielen auf beiden Seiten fragwürdigen Entscheidungen bedeutete die dritte Zeitstrafe für Abwehrspezialist Kenneth Eckstein, der daraufhin der SVR-Defensive fehlte. Diese Schwächung nutze der nun stark aufspielende Damir Marjanovic, der mit seinen Treffern für den erneuten Ausgleich sorgte (24:24). Ab der 45. Minute begann die nun wohl spielentscheidende Phase aus Sicht der SV Remshalden. In den folgenden Minuten ließ die SVR insgesamt vier klare Torchancen ungenutzt und nahm sich zudem zu viele überhastete und ungenaue Würfe aus dem Rückraum. Der Waiblinger Keeper Stefan Doll konnte sich gleich mehrfach auszeichnen. Insgesamt 24 Fehlwürfe leistete sich das Team von Trainer Alexander Schurr, was am Ende mit dazu führte, dass die Gäste nun wieder auf Augenhöhe waren. Beim 30:30 knapp vier Minuten vor dem Ende war die Partie wieder völlig offen und an Dramatik kaum noch zu überbieten. Für den VfL kam es noch besser: Holger Mayer erzielte Treffer Nummer 31 und der Gast ging zum ersten Mal in diesem Spiel in Führung. Remshalden ließ eine weitere Chance liegen und musste im Gegenzug froh sein, dass der inzwischen eingewechselte Daniel Mühleisen im Tor der SVR einen Siebenmeter vereiteln konnte. Oliver Ruge erzielte im Gegenzug mit seinem 8. Strafwurf den erneuten Ausgleich (31:31), doch Waiblingen konterte und schien nach zwei Treffern in Folge beim 31:33 schon wie der sichere Sieger auszusehen. Doch nun bewies Remshalden Moral: nach einem üblen Foul an Arne Wiesner sah Holger Mayer die Rote Karte, Remshalden nutzte die Überzahl und erzielte durch Hendrik Wiesner den Anschluss. Im Gegenzug leisteten sich die Gäste einen Ballverlust und noch waren 30 Sekunden zu spielen. Trainer Schurr steckte die Grüne Karte und schwor sein Team noch einmal ein. Die Gastgeber sollten damit Erfolg haben: praktisch mit dem Schlusspfiff sollte es Kapitän Markus Tögel vorbehalten bleiben, den Treffer zum 33:33-Endstand zu erzielen.
Remshalden verpasste es, durch eigene Unzulänglichkeiten und vielen Schwächen in der Abwehr im Derby beide Punkte zu Hause zu behalten und musste am Ende froh sein, wenigstens noch den einen Zähler gerettet zu haben.

SV Remshalden: Klemm, Mühleisen; Eckstein, Tögel (4), Ruge (10/8), Holczer (4), H.Wiesner (4), A.Wiesner (1), Huber (1), Seybold (2), Rascher (1), Wehner (2), Pesch (2), Knück (2).

VfL Waiblingen: Doll, Hämmerling; Brugger (5), Liebing (1), Asmuth (7), Mayer (4), Müller, Tutsch, Babjak (5), Schwarz, Marjanovic (10/4), Baumgarten (1), Baumann.

  Autor des Artikels: Armin Wiesner /   Erstellt am: 27. September 2015