Ein Auswärtspunkt wäre soooo verdient gewesen …..

SG Pforzheim/Eutingen  –  SV Remshalden  27:26  (18:14)

Gegen den Drittliga-Absteiger aus Pforzheim hatten sich die Remshaldener nicht unbedingt etwas ausgerechnet. Nach dem Spielverlauf und insbesondere nach der zweiten Halbzeit wäre ein Punkt mehr als verdient gewesen. Doch wie schon so häufig entschieden auch diesmal die Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage. Eines kann sich das Team von Freddy Griesbach nicht vorwerfen, einmal mehr zeigte die Truppe Moral, kämpfte bis zur letzten Sekunde und brachte damit den Favoriten aus Pforzheim beinahe aus der Spur.

Eine professionelle Teamvorstellung der Pforzheimer, die immerhin knapp fünf Minuten dauerte, nötigte die SVR schon vor Beginn der Partie sich warm und damit die Spannung hoch zu halten. Entsprechend verhalten war dann der Start der SVR in die Partie. Innerhalb von nur 7 Minuten setzte sich die SG auf 5:1 ab und hatte in Sandro Münch einen treffsicheren Halblinken, gegen den die Defensive der SVR keine geeigneten Mittel fand. Einen weiteren Trumpf im Ärmel hatte Pforzheim mit seinem Rechtsaußen Dominic Seganfreddo, der gleich mehrere Male seine Klasse unter Beweis stellen konnte und aus den unmöglichsten Winkeln traf. Doch Remshalden versuchte, dagegen zu halten. Marvin Klein traf aus dem rechten Rückraum und Marian Rascher wühlte auf der Mittelposition. Er hatte Pech, als sein erster Strafwurf nur an den Pfosten klatschte, stellte aber mit einem sehenswerten Hüftwurf zum 9:7 den Anschluss wieder her. Pforzheim nahm eine Auszeit und stellte seine Abwehr nun deutlich offensiver ein. Remshalden vertraute weiterhin auf sein extrem schnelles und damit risikoreiches Spiel. So gelang es allerdings den Gastgebern, den Vorsprung wieder zu vergrößern, beim 17:12 nach 26 Minuten war er erstmals auf 5 Tore angewachsen. Lukas Hartenstein aus der ungewohnten Position am Kreis und Marian Rascher per Siebenmeter sorgten für den Halbzeitstand (18:14).

Die zweite Hälfte begann, wie schon der Beginn des Spiels: Remshalden versuchte es immer wieder mit der Brechstange, Pforzheim profitierte davon und wieder war es Sandro Münch, der sein Team zum 20:14 in Führung brachte. Dazu kam auch noch viel Pech auf Seiten der SVR, Marvin Klein´s Wurf traf die Unterkante der Latte und sprang auf der Linie auf, Marian Raschers Siebenmeter landete ebenfalls am Pfosten. Doch nach wie vor glaubte das Team an sich und trat entsprechend auf. Daniel Mühleisen parierte in der 40. Minute gleich drei Würfe und war nun endlich voll im Spiel. Hendrik Wiesner, Marvin Klein und Moritz Pesch gelangen wichtige Treffer und so war die SVR beim 21:18 nach 42 Minuten wieder dran. Immer wieder sollten sich aber kleine Fehler einschleichen, die dem Gegner die Möglichkeit boten, den Gegentreffer zu erzielen. Aber auch davon ließ sich die SVR nicht aus dem Konzept bringen, Moritz Pesch übernahm nun die Verantwortung vom Siebenmeter-Strich und Abwehrchef Oliver Ruge schickte mit einem tollen Pass Hendrik Wiesner zum Gegenstoß und so blieb Remshalden beim 24:22 (53.) immer noch auf Tuchfühlung. In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse: Nach einem üblen Foul an Hendrik Wiesner entschieden die Schiedsrichter auf 2 Minuten-Strafe und die Rote Karte an die beiden beteiligten Abwehrspieler der Pforzheimer, Freddy Griesbach auf Seiten der SVR erhielt ebenfalls eine Zeitstrafe, allerdings seine dritte und mustte damit auf der Tribüne Platz nehmen. So war nun viel Raum auf dem Spielfeld, den Remshalden in Überzahl mit einer offenen Manndeckung nutzen wollte, was auch ganz gut klappte. Pforzheim war am Ende seiner Kräfte und versuchte sich nur noch, über die Zeit zu retten. Hendrik Wiesner erzielte auch prompt den Anschluss zum 26:25 und immer noch waren 40 Sekunden zu spielen. Eine kleine Unachtsamkeit in der offenen Deckung ermöglichte allerdings der SG den Treffer zum 27:25 wenige Sekunden vor dem Ende. Niklas Pesch konnte im Gegenzug nur noch zur Ergebniskorrektur beitragen. Schade eigentlich, denn aufgrund der zweiten Halbzeit wäre ein Punkt in Pforzheim durchaus verdient gewesen.

SG:   Matijevic, Petruzzi;   Müller, Münch (8), Mönch, Hufnagel (1), Broschwitz (2/1), Strehlau (3), Schlögl (1), Seganfreddo (7/3), M.Lupus (4), Catak, Gerstner, P.Lupus (1).
SVR:  Klemm, Mühleisen;   Gries (1), Ruge, N.Pesch (2), Wiesner (6), Schweikhardt, Klein (5), Schwarz, Rascher (6/2), M.Pesch (5/3), Griesbach, Hartenstein (1).

  Autor des Artikels: Armin Wiesner /   Erstellt am: 6. November 2017