Große Zuversicht beim Aufsteiger

Die Handballer der SV Remshalden sind zurück in der Baden-Württemberg-Oberliga. Nach dem Abschied von Alexander Schurr setzt der Verein mit Frederick Griesbach auf einen jungen, unerfahrenen Coach. Der 28-Jährige geht selbstbewusst und optimistisch an die Aufgabe heran: „Ich bin davon überzeugt, dass es mit dieser Mannschaft für die BWOL reichen wird.“

Vorschusslorbeeren hat die SVR genügend eingeheimst. In der vergangenen Saison dominierte das Team, das im Jahr zuvor erst in der Aufstiegsrelegation gescheitert war, die Württembergliga Nord und sicherte sich bereits fünf Spieltage vor Schluss den erneuten Aufstieg. Coach Alexander Schurr war damit am Ziel – und verließ das Team, um den Sprung in die 3. Liga zum SV Kornwestheim zu wagen. Ein Wagnis ging daraufhin auch Remshalden ein. Die meisten Vereine hätten für das Unternehmen Klassenerhalt in der neuen Liga einen alten Hasen als Trainer engagiert, die SVR dagegen verpflichtete mit Frederick Griesbach einen jungen, ehrgeizigen Coach, der nun zum ersten Mal hauptverantwortlich ein Männerteam betreuen wird.

Griesbach sagt, er sei selbst überrascht gewesen von der Anfrage. „Aber ich habe mich natürlich gefreut. So eine gigantische Chance bekommt als 28-Jähriger nicht so häufig in der BWOL.“ Zugutegekommen sei ihm einerseits, dass die SVR sehr gute Erfahrungen mit dem ebenfalls jungen Vorgänger Alexander Schurr gemacht hatte. Zum anderen habe der Sportliche Leiter Fridger Koltermann betont, ihm sei es vor allem wichtig, dass ein Coach für seine Aufgabe brenne. Und das sei bei ihm, Griesbach, so. Er studiert Sport und Physik auf Lehramt, spielte in den vergangenen vier Jahren selbst beim Drittligisten TSB Horkheim, trainierte dessen B-Jugend in der BWOL sowie das A-Jugend-Bundesligateam und erwirbt derzeit die A-Lizenz. „Ich weiß, dass ich handballerisch fit bin.“

Freilich werde er als Chefcoach bei den Männern viele Fehler machen und habe das den Remshaldenern auch gesagt. Er nehme aber für sich in Anspruch, jeden Fehler nur einmal zu begehen. Das Saisonziel der Remshaldener ist, nach guter Vorbereitung, klar: „Es geht darum, die Klasse zu halten, als Aufsteiger gibt’s nichts anders. Es wird schwierig, ist aber gar nicht so unrealistisch, wie der eine oder andere denkt. Ich bin von der Mannschaft überzeugt.“

Verabschiedet in die SVR II hat sich der langjährige Kapitän Markus Tögel, auch Andreas Huber zog sich zurück und wird wohl nur noch als Trainer des Juniorenteams fungieren. Viel wird also ankommen auf erfahrene Leistungsträger wie Oliver Ruge und den neuen Spielführer Hendrik Wiesner. „Sie wollen zeigen, dass sie noch mal da oben spielen können“, sagt Griesbach. Neu hinzugekommen sind vielversprechende Talente. Allerdings wird Neuzugang Florian Assmann (20) nach einem Kreuzbandriss mindestens bis zur Rückrunde fehlen. Auch Uli Seybold, der schon während der vergangenen Runde mit derselben Verletzung ausfiel, wird wohl erst im neuen Jahr wieder einsatzbereit sein.

Trotz dieser Sorgen will Griesbach nicht als Spielertrainer fungieren, sondern sich rein aufs Coaching konzentrieren, um in dieser Rolle „100 Prozent geben“ zu können. Was die Vorbereitung wert war, wird sich erstmals am Samstag zeigen.

TSV Amicitia Viernheim – SV Remshalden (Samstag, 19.30 Uhr). Im Duell beim Mitaufsteiger peilt die SVR die ersten Punkte an. Dass es ein Auswärtsspiel ist, findet Coach Frederick Griesbach zwar etwas unglücklich, zudem wisse zu Saisonbeginn kein Team, wo es stehe. „Aber wir werden mit vollem Einsatz und voller Leidenschaft antreten und dann sehen, was rauskommt. Ich freu’ mich drauf.“

 

  Autor des Artikels: Zeitungsverlag Waiblingen /   Erstellt am: 7. September 2017