Hohes Risiko wurde nicht belohnt ….

TV Willstätt  –  SV Remshalden    32:27  (16:12)

 

Beim selbsternannten Aufstiegsaspiranten TV Willstätt kassierte die SV Remshalden eine zwar einkalkulierte Niederlage, die aber letztlich höher ausfiel, als es der Spielverlauf hergab. Remshalden ging über die gesamte Spielzeit ein hohes Risiko, wurde dafür aber aufgrund ausgelassener Torchancen nicht belohnt.

 

 

Zu allem Übel musste neben den Verletzten Uli Seybold, Hendrik Wiesner und Oliver Ruge nun auch noch Marian Rascher krankheitsbedingt absagen. Damit fehlte Trainer Freddy Griesbach eine weitere wichtige Stütze im Spielaufbau, dennoch war das Team hervorragend auf den körperlich überlegenen Gegner eingestellt. Von Beginn an nahm Griesbach den Torhüter vom Feld und ließ im Angriff mit sieben Feldspielern agieren. Dies war gegen das 6:0-Abwehrbollwerk der Willstätter ein probates Mittel, das auch immer wieder zum Erfolg führte. Nach 7 Minuten lag die SVR mit 3:2 in Führung, auch weil die Abwehr wieder hervorragende Arbeit leistete. Schnell auf den Beinen und bereit zum Aushelfen machte sie es dem schwerfälligen Rückraum der Willstätter nicht leicht, zum Erfolg zu kommen. Einzig Linkshänder Kristian Eskericic war kaum zu stoppen und erzielte insgesamt 9 Treffer. Das extrem hohe Spieltempo ließ allerdings auch die Fehlerquote der Remshaldener ansteigen. Klare Chancen wurden nicht verwertet, landeten am Torgehäuse oder waren Beute des starken Gunther Zölle im Tor des TV Willstätt. Im Gegenzug fielen die Treffer zum 7:3 durch Würfe aufs verwaiste Gehäuse der SVR. Doch die SVR fing sich wieder und verkürzte zum 7:5, Kenneth Eckstein sorgte auch bis zum 9:7 dafür, dass die Gäste in Schlagdistanz blieben. Noch einmal setzte sich Willstätt auf fünf Tore ab, Marvin Klein aus dem Rückraum und vom Siebenmeter verkürzte erneut (14:11). Remshalden ging weiter hohes Risiko, leistete sich aber immer wieder kleine Unkonzentriertheiten, die der TV eiskalt ausnutzte. Auch die Treffer zum 16:11 fielen aufs leere Tor der SVR.

 

Auch im zweiten Durchgang änderte sich nicht viel an der Taktik der Remstäler. Die Abwehr war hervorragend auf den Gegner eingestellt und die stark haltenden Torhüter Daniel Mühleisen und Tobias Klemm ließen den TV gleich mehrfach verzweifeln. Remshalden verkürzte wieder zum 16:14, ließ allerdings wieder beste Chancen liegen. Trotzdem hielt Trainer Griesbach an seiner Taktik fest und der weitere Spielverlauf sollte ihm Recht geben. Die Abwehr wuchs über sich hinaus, selbst die verhängten Zeitstrafen wurden dem Team nicht zum Verhängnis. Der Angriff mit dem siebten Feldspieler brachte die Defensive des TV Willstätt nun immer wieder in Verlegenheit. Immer wieder gelang es der SVR, ihre Außenspieler in gute Wurfpositionen zu bringen, wovon Maxim Gries und Moritz Pesch profitierten. Nach 50 Minuten war beim 23:22 der Anschluss endgültig hergestellt und die SVR besaß noch die Chance zum Ausgleich, die aber erneut kläglich vergeben wurde. Willstätt nahm die Auszeit und legte prompt vier Treffer vor (27:22). Alles schien auf ein klares Resultat hinauszulaufen. Doch Remshalden bäumte sich noch ein letztes Mal auf, ein frecher Kempa-Wurf und frei gespielte Kreisspieler bedeuteten das 28:25 in der 57. Minute. Nun riskierten die Remstäler alles, gingen zur offenen Manndeckung über und hätten damit fast Erfolg gehabt. Willstätt musste bis an die Grenzen gehen und machte erst beim 30:25 alles klar.

 

Angesichts der dünnen Personaldecke zeigte die SV Remshalden eine starke Leistung beim Favoriten Willstätt. Nun gilt es  –  durchaus selbstbewusst  –  die kommenden Aufgaben gegen die unmittelbaren Tabellennachbarn anzugehen. Wenn das gesamte Team weiter diese, auch mentale Stärke zeigt, so sollte am kommenden Samstag beim Derby gegen den TSB Schw. Gmünd ein Sieg machbar sein.

TV Willstätt:  Zölle (1), Grzybowski;    Fessler (1), Dodig (1), Markovic (2), Gross (1), Matzinger, Halmagyi (3), Eskericic (9/2), Skusa (2), Zink (3), Schlampp (6), Hoyer (2), Jankowski (1).

 

SV Remshalden:  Mühleisen, Klemm;    Eckstein (4), Klein (8/3), Schwarz, Holczer (3), Gries (4), Schweikhardt (2), N. Pesch, Hartenstein (2), M. Pesch (4), Röhrle, Knück.

 

 

  Autor des Artikels: Armin Wiesner /   Erstellt am: 4. März 2018