Im Spitzenspiel knapp verloren

TSV Weinsberg – SV Remshalden 24:22 (13:10)

Alles, was zu einem Spitzenspiel gehört, war angerichtet: zwei hoch motivierte Teams und eine ausverkaufte Weibertreu-Halle in Weinsberg. Gut ein Drittel der Zuschauer waren aus dem Remstal angereist und machten entsprechend Stimmung. Die Vorzeichen waren ebenso klar: der Sieger dieser Partie macht einen großen Schritt in Richtung Aufstieg. Dass dies der SVR nicht gelang, lag zum einen an der schwachen Abwehr in der ersten Hälfte zum anderen an den zahlreich ausgelassenen großen Torchancen.

Es herrschte von Beginn an eine tolle Stimmung und beide Teams waren auch sofort auf Temperatur. Allerdings leistete sich die SVR gleich zu Beginn zwei technische Fehler, die mit Gegentoren bestraft wurden. Den Anschluss stellte Markus Tögel wieder her, der nach einem tollen Zuspiel von Uli Seybold vom Kreis das 3:2 erzielte. In der Folgezeit bekam die Remshaldener Defensive immer mehr Schwierigkeiten, der sprung- und wurfgewaltige Maximilian Schulze traf nach Belieben und erzielte beim 7:4 bereits seinen dritten Treffer. Auch im Angriff wirkten die Remstäler ideenlos und gingen mit ihren Chancen großzügig um. Der Weinsberger Torwart Nicolai Fasano wurde regelrecht warm geworfen und zeichnete sich gleich mehrfach aus. Nach dem 9:7-Anschlusstreffer durch Moritz Pesch nahm Weinsberg seine Auszeit. Remshalden leistete sich wieder einen Fehlwurf und einen technischen Fehler, der TSV nutzte dies und zog auf 11:7 davon. Pech in dieser Phase für die Gäste, dass Tobias Klemm zwar einige gute Paraden zeigen konnte, doch der Abpraller immer beim Gegner landete, der dann die zweite Chance zum Torwurf nutzte. Zu allem Unglück gesellten sich nun auch noch zwei klare Fehlentscheidungen der schwachen Schiedsrichter Banzhaf und Ernst hinzu, die SVR blieb auch beim 13:9 noch klar in Rückstand. Uli Seybold erzielte unter Zeitspieldruck das 13:10 wenige Sekunden vor der Halbzeit, ein direkter Freiwurf auf der Gegenseite brachte nichts mehr ein.

Remshalden hatte zu Beginn der zweiten Hälfte zwar einen klasse Auftakt, erzielte durch Moritz Pesch auch den Anschluss, leistete sich aber wiederum Fehlwürfe und kassierte zudem Zeitstrafen. Weinsberg baute seinen Vorsprung bis zum 17:12 auf nun schon fünf Tore aus. Doch die Partie blieb weiter hart umkämpft, Remshalden kassierte nun fragwürdige Zeitstrafen. Weinsberg legte jeweils einen Treffer vor, Markus Tögel antwortete zweimal entschlossen und sorgte dafür, dass beim 19:16 der Rückstand wieder auf ein erträgliches Maß schrumpfte. Und es sollte noch besser kommen: der TSV kassierte nun zwei Zeitstrafen, Oliver Ruge verwandelte den fälligen Strafwurf und so hatte die SVR beim 19:17 alle Möglichkeiten. Doch daraus sollte zunächst nichts werden: in doppelter Unterzahl erzielte Weinsberg den Treffer zum 20:17. Marian Rascher verkürzte mit einer energischen Einzelleistung nochmals, doch der Weinsberger Jan König sorgte mit einem Doppelschlag für das 22:18. Wer an die Entscheidung glaubte, sah sich kurz darauf getäuscht. Remshalden bewies erneut Moral, selbst in Unterzahl wurde der Gegner in doppelte Manndeckung genommen. Weinsberg wurde nervös, leistete sich Ballverluste und musste durch Hendrik Wiesner und Uli Seybold die Treffer zum 23:22 hinnehmen und noch immer waren 45 Sekunden zu spielen. Ein Unentschieden war zum Greifen nah, doch Philipp Nentwich erlöste den TSV kurz vor Schluss mit dem 24:22.

Schade, denn da wäre mehr drin gewesen bei besserer Ausnutzung der Chancen und einer gewohnt stabilen Abwehr. Nun muss sich Remshalden auf die Verteidigung des zweiten Tabellenplatzes konzentrieren und gleichzeitig auf Ausrutscher von Weinsberg hoffen.

TSV Weinsberg: Fasano, Hirschmann; Schulze (7), Vollert, Nentwich (2), Rieker, J.König (3), Landenberger (1), Reichert (3), S.König (1), Köder (3/1), Kroll (2), Geiger (2).

SV Remshalden : Klemm, Mühleisen; Eckstein, Tögel (3), Ruge (8/6), Holczer, H.Wiesner (3), A.Wiesner (1), Huber (2), Seybold (2), Rascher (1), Wehner, Pesch (2), Knück.

  Autor des Artikels: Armin Wiesner /   Erstellt am: 28. Februar 2016