Sensationelle Leistung gegen den Tabellenführer

SV Remshalden  –  TV Willstätt   27:27  (11:15)

Schlechter hätten die Voraussetzungen kaum sein können: sechs verletzte Spieler, Tabellenletzter und dann ist auch noch der Tabellenführer mit Aufstiegsambitionen zu Gast. Doch am Ende sollte alles anders kommen, Willstätt dominierte zwar die ersten 40 Minuten, doch dann zeigte die SVR, was mit Kampf, Einsatz und ein wenig Mut alles zu erreichen ist. Willstätt war am Rande der Niederlage und musste am Ende froh darüber sein, wenigstens noch einen Punkt entführt zu haben.

Die Gäste traten in Bestbesetzung an und hatten in der Anfangsphase das Spiel im Griff. Willstätt spielte seine körperliche Überlegenheit aus und ging schnell mit 3:0 in Führung. Erst nach knapp vier Minuten gelang der SVR der erste Treffer. Auf den Rängen verbreitete sich ein ungutes Gefühl, die besonders Pessimistischen nahmen schon das Wort „Debakel“ in den Mund. Doch die SVR berappelte sich, der gut aufgelegte Carsten Röhrle markierte zwei Treffer und der aus der zweiten Mannschaft aufgerückte Niklas Pesch erzielte beim 5:6 den Anschluss. Willstätt nahm eine frühe Auszeit und schaffte es, den Vorsprung erneut zu vergrößern (6:10). Allerdings ließen die Remshaldener nicht locker, die Abwehr war mehr und mehr bereit zu kämpfen und eroberte sich gleich mehrfach das Spielgerät. Hinter der Defensive der SVR stand an diesem Abend Tobias Klemm im Tor der SVR, der seine Gegner mehr und mehr zur Verzweiflung brachte. Immer wieder sorgten seine Paraden dafür, dass der Rückstand nicht allzu groß wurde. Das 11:12 durch Kai Schweikhardt war für die gut leitenden Schiedsrichter eine knifflige Entscheidung: beim Gegenstoß stand der Torhüter des TV im Feld, berührte Schweikhardt zwar, aber die Unparteiischen ließen den Vorteil und werteten den Treffer. Zwei unnötige Zeitstrafen und einige technische Fehler auf Seiten der Gelb-Blauen ließen die Gäste bis zur Pause allerdings wieder davon ziehen und so wurden beim 11:15 die Seiten gewechselt.

Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag: Remshalden spielte einen gelungenen Angriff zu Ende, der Wurf klatschte allerdings an den Pfosten, im Gegenzug vergab der Ligaprimus eine freie Wurfgelegenheit, einmal mehr stand Tobias Klemm im Weg. Willstätt wirkte in dieser Phase zu lässig, schien den Vorsprung nur noch verwalten zu wollen. Nur gelegentlich blitzte das Können des Tabellenführers auf, scheiterte aber immer häufiger an der Abwehr der SVR oder am überragenden Tobias Klemm im Tor. Ab der 40. Minuten überschlugen sich die Ereignisse: Willstätt kassierte eine Zeitstrafe, Moritz Pesch wurde außen frei gespielt und erzielte das 17:18. Marian Rascher, der leicht angeschlagen ins Spiel ging und dennoch ein überragendes Spiel machte, sorgte mit seinen Toren für das 19:19 und plötzlich war die Partie ausgeglichen. Und es sollte noch besser kommen: Klemm parierte erneut einen freien Wurf, Moritz Pesch gelang im Gegenzug die erste Führung. Was eigentlich so nicht vorgesehen war, wurde nun umgesetzt: Trainer Freddy Griesbach übernahm die Position am Kreis und sorgte damit für die Entlastung der ansonsten gesetzten Spieler. Die Halle wurde nun immer lauter, eine Sensation lag in der Luft und der TV Willstätt wurde immer nervöser. Lukas Hartenstein markierte das 24:22 und den Gegenstoß parierte einmal mehr Tobias Klemm im Tor der SVR. Remshalden legte nach, spürte nun die Anfälligkeit der Gäste und erhöhte durch Marian Rascher und erneut Hartenstein auf 26:22. Willstätt reagierte mit der Grünen Karte und nahm von nun an stets einen der Remshaldener Rückraumspieler in die kurze Deckung. Das sollte Wirkung zeigen: der TV verkürzte auf 26:25, Remshalden scheiterte in dieser Phase vom Siebenmeter-Strich. Dennoch gelang Kenneth Eckstein der Treffer zum 27:25, die Hallenuhr zeigte noch 45 Sekunden Restspielzeit an. Zwei kleine Unachtsamkeiten der SVR und die abgezockte Spielweise des TV Willstätt ließen schließlich das Endergebnis (27:27) zustande kommen.

In der anschließenden Pressekonferenz war TV-Trainer Marcus Simowski „heilfroh, mit einem Punkt nach Hause fahren zu können“, SVR-Coach Griesbach war hingegen begeistert von der Bereitschaft seiner Mannschaft, auch bis zur letzten Minute noch alles zu geben um am Ende dem Tabellenführer einen Punkt abzutrotzen.

SVR:  Klemm, Mühleisen;    Eckstein (3), Klein (3), Ruge, Schwarz, Griesbach, N. Pesch (1), Schweikhardt (1), Rascher (10/4), Hartenstein (3), M. Pesch (2), Röhrle (4).

TVW:  Zölle, Grzybowski;    Fessler (5), Dodig (2), Markovic (1), Matzinger (2), Hoyer, Halmagyi (3), L. Veith, Eskericic (6/1), Zink, Schlampp (7), Jankowski (1), B. Veith.

 

  Autor des Artikels: Armin Wiesner /   Erstellt am: 16. Oktober 2017