Saisonvorschau: “Verjüngungskur mit hungrigen Talenten”

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Nach dem Abstieg aus der Baden-Württemberg-Oberliga und dem Abgang des langjährigen Trainers Henning Fröschle muss der neue Coach Alexander Schurr mit den Handballern der SV Remshalden den größten Umbruch seit sieben Jahren bewältigen. Der Sportwissenschaftler setzt bewusst auf junge Spieler. Das Saisonziel lautet, ins obere Tabellendrittel zu kommen.

In der Welt von Alexander Schurr dreht sich fast alles um Handball. Sieben Jahre lang war er als Spieler für die SV Remshalden am Ball, beruflich beschäftigt sich der Sportwissenschaftler an der Uni Tübingen in seiner Doktorarbeit mit dem Thema „Kognitives Antizipationsverhalten bei Handballtorhütern“. Zu Schurrs Schwerpunkten zählt die Sportpsychologie. Die kann er als neuer Coach des Oberliga-Absteigers gut gebrauchen.

Nach seinem Wechsel vom Spielfeld auf die Bank der Remshaldener waren zunächst einmal Schurrs Fähigkeiten als Aufbauhelfer gefragt. Die Enttäuschung über den direkten Wiederabstieg in die Württembergliga saß tief. „Aber es ging in den letzten Wochen dann doch leichter als gedacht, die Köpfe wieder nach ob zu bekommen.“ Schurr hatte eigentlich noch eine Saison als Spieler dranhängen wollen. „Doch als die Anfrage kam, hatte ich plötzlich größte Lust darauf, auf den Trainerstuhl zu wechseln.“ Jetzt muss der 35-Jährige mit seinem Team für einen möglichst reibungslosen Umbruch sorgen.

Den bisherigen Coach Henning Fröschle zog es zum Ligakonkurrenten TV Flein, auf Spielerseite stehen fünf Abgängen fünf Neulinge gegenüber. Schurr selbst spielt nicht mehr, Keeper Steffen Lehle und André Toth wechselten zum Ligakonkurrenten TV Bittenfeld II, Fabian Juhnke zum TSB Schwäbisch Gmünd und Alfred Deutschländer in die zweite Mannschaft.

schurrVon den fünf Neuen ist keiner älter als 25. „Wir haben bei der Zusammenstellung des Kaders bewusst auf junge Spieler und damit eher gegen den Trend der Liga gesetzt“, sagt Alexander Schurr. Die Verjüngungskur birgt gewollte Risiken. Doch der Trainer setzt auf das Entwicklungspotenzial und ist optimistisch, dass er die hungrigen jungen Sportler an das Niveau der Liga heranführen kann. Früher hätten die Talente oft eine zweijährige Aufbauphase gebraucht, doch mittlerweile werde auch bei den Junioren körperlicher trainiert, so dass der Übergang leichter falle.

Vor allem um den 19-jährigen Tobias Klemm (TV Bittenfeld II) hat sich Schurr intensiv bemüht, Remshalden ist der Heimatverein des Torhüters. Er wird auch noch in der A-Jugend spielen und sich mit Daniel Mühleisen (18), der vom TSV Bartenbach kam, und Stefan Seybold (22) im Kasten abwechseln. „Wir geben ihnen die Zeit. Ein richtig erfahrener Keeper hätte unser Gehaltsgefüge gesprengt“, sagt der Coach.

Schurr will auch Routiniers neue Impulse geben

Felix Holczer (SG H2Ku Herrenberg) verstärkt die SV als Kreisläufer, Marian Rascher (TSV Bartenbach) und Arne Wiesner (SV Remshalden II) stehen als Alternativen im Rückraum zur Verfügung. Schurr will auch den routinierten Spielern neue Impulse geben, er steht für attraktiven und schnellen Handball. Im Bereich Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit arbeitet er deshalb gerne mit Eingangs- und Vergleichstests. Wenn möglich, hat sein Team viermal pro Woche trainiert. Im Verbandspokal hat sich die neue SVR schon einmal erfolgreich präsentiert und ist eine Runde weiter.

Dennoch hält sich der Trainer mit euphorischen Ankündigungen zurück. Er nimmt das Wort Wiederaufstieg erst gar nicht in den Mund und sagt, er strebe einen Platz im oberen Tabellendrittel an. „Aber wir wissen, was wir können, und wollen vor allem wieder unserer Heimspiele gewinnen.“

Quelle: Elke Rutschmann | Zeitungsverlag Waiblingen

  Autor des Artikels: wiesner /   Erstellt am: 16. September 2015