Was für ein großer Kampf ….

SV Remshalden  –  TSV Blaustein   23:20  (9:14)

 

Zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten erlebten die Zuschauer in der gut besetzten Stegwiesenhalle. Ein von Kampf, Einsatz und Dramatik geprägtes Spiel fand für die SVR ein gutes Ende, weil sich das Team zu keinem Zeitpunkt aufgab. So gewannen die Remshaldener gegen den TSV Blaustein auch nicht unverdient und verschafften sich damit eine glänzende Ausgangsposition für die Begegnung am kommenden Mittwoch gegen die TSG Söflingen.

 

Blaustein erwischte den besseren Start in einer torreichen Anfangsphase und lag bereits nach wenigen Minuten mit 3:1 in Führung. Freddy Griesbach, der wiederum als Spielertrainer agieren musste, schnappte sich einen Abpraller am Kreis und verkürzte zum 2:3. Niklas Pesch, der auf der rechten Außenbahn eine gute Partie ablieferte, sorgte sogar für den Ausgleich. Doch der TSV schlug zurück, insbesondere die starken Rückraumspieler Hellmann und Rapp brachten ihr Team wieder in Führung (4:6). In der 10. Minute kam es für die SVR dann knüppeldick: Marian Rascher trat zum Strafwurf an und zwang den Torhüter der TSV mit einer Täuschung auf den Boden. Der Wurf erwischte den aufstehenden Keeper dann am Kopf. Die Schiedsrichter entschieden nach eingehender Beratung zum Entsetzen aller SVR-Fans auf Disqualifikation. Damit fehlte für die restliche Spielzeit der Kopf im Rückraum, der sich in den vergangenen Spielen in eine sensationelle Form gespielt hat. Ein Bruch im Spiel der Hausherren war die logische Folge, Ballverluste und technische Fehler häuften sich. Blaustein zog auf 6:12 davon und hätte die SVR nicht mit Daniel Mühleisen einen ganz starken Spieler zwischen den Pfosten gehabt, wäre der Rückstand wohl noch deutlicher ausgefallen. Remshalden versuchte es nun immer wieder mit der Brechstange, scheiterte aber häufig mit ungenauen Würfen am TSV-Keeper. Marvin Klein und der inzwischen eingewechselte Hendrik Wiesner verkürzten nochmals, doch sollte sich am 5-Tore-Vorsprung der Gäste bis zur Pause nichts mehr ändern. Auch weil inzwischen Tobias Klemm Tor der SVR stand und einen Strafwurf vom Ex-Remshaldener Philipp Frey entschärfte. Kurios dann noch Sekunden vor dem Wechsel  die Entscheidung der Schiedsrichter: während der Torschiri auf 7-Meter entschied, revidierte sein Partner die Entscheidung und entschied auf Freiwurf. Der finale Wurf kurz vor der Halbzeitsirene klatschte dann allerdings nur an den Pfosten. So ging es beim 9:14 in die Kabinen.

 

Wieder erwischten die Gäste einen guten Start und erhöhten zu Beginn der zweiten Hälfte auf 11:17. Dann gelang es Tobias Klemm erneut, einen Strafwurf der Gäste abzuwehren, was für seine Feldspieler Signalwirkung haben sollte. Nun begann eine unglaubliche Aufholjagd der SVR. Insbesondere Routinier Hendrik Wiesner und der agile Marvin Klein sorgten im Rückraum für viel Wirbel, erzielten wichtige Treffer und warfen ihr Team wieder in Schlagdistanz. Beim 17:17 nach 50 Minuten war Remshalden wieder voll im Spiel und die Halle hellwach. Beim 18:18 klaut die SVR-Abwehr den Ball, Hendrik Wiesner konnte im Gegenstoß nur regelwidrig gestoppt werden. Das hatte Auswirkungen für die Gäste: Rückraum-Shooter Patrick Rapp erhielt seine dritte Zeitstrafe und den fälligen Strafwurf verwandelte Moritz Pesch eiskalt. Remshalden witterte nun seine Chance, entsprechend motiviert und engagiert ging die Abwehr um Oliver Ruge zu Werke. Blaustein hatte nichts mehr zuzusetzen, Lukas Hartenstein und erneut Hendrik Wiesner sorgten mit ihren Treffern beim 22:19 für ein wenig Entspannung auf den Rängen. Blaustein riskierte nun alles, versuchte es mit offener Manndeckung und konnte noch einmal verkürzen (22:20). Remshalden war allerdings clever genug, sich diesen wichtigen Sieg nicht mehr nehmen zu lassen. Hartenstein setzte mit seinem 23:20 wenige Sekunden vor dem Ende den Schlusspunkt unter ein Spiel, das alles in sich hatte. Remshalden gewann am Ende dank einer ganz großen Moral und dem unbedingten Willen zum Sieg verdient mit 23:20 Toren. Das Team von Freddy Griesbach kann nun bereits am kommenden Mittwoch nachlegen, wenn die TSG Söflingen zu Gast in der Remshaldener Stegwiesenhalle ist. Sollte hier ein weiterer Heimsieg gelingen, so stünde die Mannschaft mit dann 10:10 Punkten im gesicherten Mittelfeld der Tabelle.

 

SVR:  Klemm, Mühleisen;    Klein (5), Ruge (3/3), Schwarz, N.Pesch (2), Wiesner (5), Rascher, Hartenstein (2), M.Pesch (4/2), Röhrle (1), Griesbach (1).

 

TSV:  Knippenberg, Ruhland, Wittlinger;     Behr (1), Hoßfeld, Hellmann (2), Frey (2/2), C.Spiß (4), Glück (1), S.Spiß (3), Weiler, Elze, Rapp (6), Wieja (1).

 

 

  Autor des Artikels: Armin Wiesner /   Erstellt am: 28. Oktober 2017