Zum Sieg fehlen nur Kleinigkeiten ….

TV Weilstetten  –  SV Remshalden  29:26  (14:14)

 

In einem hochklassigen und extrem temporeichen Spiel musste sich die SV Remshalden am Ende nur knapp geschlagen geben. Zwei absolut gleichwertige Teams lieferten sich einen großartigen Fight, bei dem am Ende die Details zu Gunsten des TV Weilstetten entscheiden sollten. Die Weichen für den Sieg der Gastgeber stellten dabei allerdings die beiden schwachen Schiedsrichter, was beide Trainer in der Pressekonferenz bestätigten.

 

Remshalden schien aus den Fehlern der vergangenen Partien gelernt zu haben. Bereits beim Warmlaufen war zu spüren, wie fokussiert das Team die Aufgabe in Weilstetten angehen will und entsprechend verliefen die ersten Spielminuten. Hellwach und voll konzentriert startete die Griesbach-Truppe und legte dabei ein höllisches Tempo vor. Marvin Klein machte mit dem 0:1 den Auftakt und Marian Rascher legte vom Siebenmeterstrich nach. Die Defensive der Remstäler agierte aufmerksam und machte es dem TV extrem schwer, zu guten Wurfchancen zu kommen. Oliver Ruge organisierte seine Nebenleute in gewohnt souveräner Manier und Tobias Klemm im Tor der SVR entschärfte gleich einmal zwei freie Würfe der Gastgeber. Lukas Hartenstein erhöhte mit einem Gewaltwurf zum 4:2 und der pfeilschnelle Niklas Pesch legte auf der rechten Außenposition zum 6:3 nach. Erst nach einer knappen Viertelstunde schlichen sich die ersten kleinen Fehler ein, Ballverluste waren eine Folge des immer noch extremen Tempos, die ein oder andere klare Chance wurde liegen gelassen. In der Halle wurde die Stimmung immer mehr aufgeheizt, wozu auch die beiden Schiedsrichter mit teils kuriosen Entscheidungen auf beiden Seiten beitrugen. In der Folge verkürzte der TV Weilstetten und konnte beim 8:8 nach 20 Minuten zum ersten Mal ausgleichen. Bis zur Pause blieb das Spiel hart umkämpft, Remshalden legte immer wieder ein Tor vor, dem TV gelang jeweils der Ausgleich. Hendrik Wiesner mit dem 12:13 und Kenneth Eckstein, der eine starke Partie ablieferte, erhöhten für die Gäste auf 12:14, ehe Weilstetten innerhalb von 30 Sekunden noch der Ausgleich zum Pausenstand (14:14) gelang. Unschön dann die Szenen, als das SVR-Team auf dem Weg zur Kabine von Zuschauern körperlich angegangen wurde und die Ordner des TVW es als nicht notwendig erachteten, hier einzugreifen.

 

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte hinterließen die Gelb-Blauen einen starken Eindruck. Freddy Griesbach erzielte den ersten Treffer für die SVR, allerdings konterte Weilstetten und war beim 17:16 wieder in Front. Doch die SVR schlug zurück: Kenneth Eckstein vom Kreis und Marvin Klein, der dem Gegner den Ball klaute und den Gegenstoß selbst verwertete, erhöhten auf 19:17 aus Sicht der Gäste. Auszeichnen konnte sich in der Anfangsphase auch der inzwischen eingewechselte Daniel Mühleisen im Tor, der mit seinen Paraden den TVW an den Rand der Verzweiflung brachte. Bis zur 45. Minute blieb die Begegnung ausgeglichen, ehe sich der Remshaldener Angriff den ein oder anderen unnötigen Wurf nahm oder den Ball leichtfertig vertändelte. Weilstetten sah seine Chance und setzte nun gezielt seinen Kreisspieler Fabian Mayer ein, der mit seinen Treffern den TV beim 24:21 wieder in Führung brachte. Die Begegnung zeichnete sich nach wie vor durch hohes Spieltempo aus, allerdings nahm in der Schlussphase auch die Hektik zu, stellenweise wurde es sogar unübersichtlich. Dies traf nun auch vermehrt auf die Schiedsrichter zu, die in der 52. Minute eine für die SVR wohl spielentscheidende Entscheidung trafen, die auch noch lange nach Spielschluss zu Diskussionen führte. Zunächst wurde eine Zeitstrafe gegen die Bank der SVR verhängt, allerdings gegen die verletzten Akteure der Remshaldener, die neben dem Auswechselbereich ihren Platz hatten und auch nicht im Spielbericht vermerkt waren. Nach heftiger Diskussion und einiger Verwirrung wurde die Partie vorschnell angepfiffen, ohne auf die korrekte Aufstellung der Mannschaften zu achten. Remshalden musste in der Folge einen weiteren Spieler vom Feld nehmen und war nun mit lediglich vier verbliebenen Feldspielern nahezu chancenlos. Weilstetten gelang nach einigen torlosen Minuten das 27:23 (58.) und entschied damit die Begegnung. Die SVR setzte nochmals alles auf eine Karte und versuchte mit offener Manndeckung wieder in Ballbesitz zu gelangen. Dies sollte am Ende aber nicht mehr reichen und so blieb es beim 29:26-Erfolg für den TV Weilstetten, der zwar glücklich, letztendlich aber nicht ganz unverdient zustande kam. Das Team der Remshaldener weiß nach der gezeigten Leistung, dass es endgültig in der Liga angekommen ist und mit allen Teams mithalten kann. Nun gilt es nur noch, an einigen Details zu arbeiten und die kleinen Fehler und Unachtsamkeiten weiter zu verringern um die gezeigten Leistungen auch in Zählbares umzusetzen. Die Chance dazu hat das Team bereits am kommenden Sonntag, wenn der aktuelle Spitzenreiter TVS Baden-Baden zu Gast in Remshalden ist.

 

TVW:  Makowski, König;    Euchner (3), Kübler (7/6), Schuldt (2), Strölin (2), Saueressig, Raible (4), Bischoff (1), Single, Mayer (5), Slongo, Weckenmann (1), Lebherz (4).

 

SVR:  Klemm, Mühleisen;    Eckstein (4), Klein (6), Ruge, Schwarz, N.Pesch (2), Wiesner (2), Schweickhardt, Rascher (8/5), Hartenstein (2), M.Pesch (1), Griesbach (1).

 

  Autor des Artikels: Armin Wiesner /   Erstellt am: 19. November 2017